GRI-Leitfaden

Kurzbeschreibung:
Die Global Reporting Initiative (GRI), ein unabhängiges Multistakeholder-Netzwerk hat es sich zur Aufgabe gemacht, weltweit anwendbare Leitlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung für Unternehmen, Regierungen und NGOs unabhängig von Größe, Branche oder Standort zu entwickeln. Der GRI-Leitfaden zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (englisch: „Sustainability Reporting Guidelines“) bietet einen umfassenden Rahmen anhand dessen transparente und vergleichbare Nachhaltigkeitsberichte erstellt werden können. Als Kommunikationsinstrument können diese zur aktiven Einbeziehung von Anspruchsgruppen und dem Dialog mit ihnen dienen.

Der GRI-Leitfaden definiert Prinzipien der Berichterstattung, wie beispielsweise Transparenz, Einbeziehung von Anspruchsgruppen, Vollständigkeit, Relevanz, Neutralität und Klarheit und enthält eine Anleitung zu Aufbau und Inhalten von Nachhaltigkeitsberichten. Neben allgemeinen Angaben zum Unternehmen, seinen Strategien und Managementansätzen soll anhand eines Kataloges von rund 120 quantitativen und qualitativen Indikatoren über die Nachhaltigkeitsleistung in den Kategorien Ökonomie, Ökologie, Gesellschaft und Soziales berichtet werden. Gesellschaftliche und Soziale Indikatoren sind weiter untergliedert in Arbeitspraktiken, Menschenrechte, Gesellschaft und Produktverantwortung. Sogenannte „Sector Supplements“ ergänzen den GRI-Leitfaden um Branchenempfehlungen zur Anwendung des Leitfadens in bestimmten Branchen und Sektoren.

Die Anwendung und Orientierung am GRI-Leitfaden erfolgt auf freiwilliger Basis. Die Berichte können einer Selbsteinstufung unterzogen werden. Diese kann zusätzlich durch externe Dritte oder die GRI bestätigt werden. Die Bestätigung gibt Aufschluss darüber, in welchem Umfang (Anzahl der beantworteten Indikatoren, Beachtung der Prinzipien) berichtet wurde, stellt jedoch keine qualitative Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung des Unternehmens dar.

Beurteilung:
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung nach GRI erfreut sich steigender Beliebtheit. Jedoch hinkt die Wirklichkeit bei der Umsetzung und dem Monitoring oftmals der in den Berichten kommunizierten Nachhaltigkeitsleistung hinterher. Aufgrund der Freiwilligkeit der Berichterstattung bleibt es den Unternehmen überlassen, ob sie sich einer externen Überprüfung der Inhalte unterziehen.

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