UN Global Compact

Kurzbeschreibung:

Der damalige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, hat auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos im Januar 1999 eine weltweite Allianz zwischen den Vereinten Nationen und der Privatwirtschaft ins Leben gerufen, den so genannten UN Global Compact (deutsch: Globaler Pakt der Vereinten Nationen).
Der UN Global Compact beruht auf der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, der Erklärung der ILO über grundlegende Prinzipien und Rechte bei der Arbeit, den Grundsätzen der Erklärung von Rio zu Umwelt und Entwicklung sowie dem Übereinkommen der UN gegen Korruption.

Er beschreibt in zehn Prinzipien verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln in den vier Bereichen Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Rund 8.000 Organisationen, davon mehr als 5.300 Unternehmen aus 130 Ländern sind der Initiative bislang beigetreten (Stand September 2011). Teilnahmebedingung für Unternehmen ist die Anerkennung und Umsetzung der zehn Prinzipien in ihren Kernprozessen sowie eine jährlich zu veröffentlichende Fortschrittsmitteilung.
Die Inhalte der jährlichen Fortschrittsmitteilung werden jedoch nicht überprüft und stellen somit nur eine freiwillige Selbstauskunft dar. Unternehmen, die ihre Fortschrittsmitteilung nicht veröffentlichen, werden auf der Website der Organisation als „non-communicating“ markiert. Bei zweimaligem Versäumnis wird die Teilnahme als beendet angesehen und der Teilnehmer aus der Datenbank gelöscht.

Beurteilung:

Der UN Global Compact ist in der Teilnahme freiwillig und beinhaltet ähnlich wie die OECD-Leitsätze, der ISO 26000 Leitfaden oder die Global Sullivan Principles keine Überwachung, Kontrolle oder Sanktionen von Unternehmen im Falle des nicht Einhaltens der Prinzipien.
Genereller Kritikpunkt des Global Compact bildet die Tatsache, dass die beteiligten Unternehmen mit dem Beitritt zum Global Compact keine Verpflichtung eingehen, sondern ihn aufgrund des seriösen Rufs der UN lediglich als Werbeinstrument missbrauchen. In Anspielung auf die blaue Farbe der UN Organisation wird dieses Verhalten von Kritikern auch als „Blue washing“ (blauwaschen) bezeichnet.

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