Rainforest Alliance

Kurzbeschreibung

Das Rainforest Alliance Siegel kennzeichnet land- und forstwirtschaftliche und Produkte mit sozialen und ökologischen Kriterien.

Um das Siegel zu erhalten, muss das Endprodukt mindestens 30% Zutaten enthalten, die auf zertifizierten Farmen angebaut werden. Bei einem Anteil von 30-90% muss der Anteil zertifizierter Zutaten und ggf, auch die Zutat selbst neben dem Rainforest-Siegel vermerkt werden. Produkte, die mehr als 90% an zertifizierten Zutaten enthalten bedürfen keiner gesonderten Angabe.

Der Zertifizierung liegt ein Standard mit 100 Kriterien zu Grunde, die in 10 Leitthemen (sog. Prinzipien) unterteilt sind. Die Kriterien umfassen ökologische, arbeitsrechtliche und soziale Vorgaben, wie Erhaltung der Ökosysteme, Schutz der Gewässer und Böden, Verbot von GMO, Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, faire Arbeitsbedingungen, Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit, Verbot von Diskriminierung, Versammlungsfreiheit, Produktrückverfolgbarkeit. Zwingende Voraussetzung für eine Zertifizierung ist die Einhaltung der 15 „kritischen Kriterien“. Zudem müssen mindestens 80% der Gesamtkriterien erfüllt sein, dabei mindestens 50% der Kriterien eines jeden Prinzips. Das Zertifikat wird einem Betrieb für 3 Jahre erteilt. Danach bedarf es einer erneuten Zertifizierungsinspektion. Die Gewährleistung der Einhaltung der Kriterien erfolgt durch mindestens einmal jährlich stattfindende, auch unangekündigte Kontrollen. Bei Verstößen gegen die Kriterien kann dem Betrieb das Zertifikat entzogen werden.

Beurteilung

Das Rainforest Alliance Siegel basiert auf sozialen und ökologischen Gesichtspunkten, die zum Teil über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. Vergabekriterien und -verfahren sind für alle zugänglich. Verstöße können mit einem Zertifikatsentzug sanktioniert werden.

Kritisch ist allerdings zu sehen, dass bereits ab 30% zertifizierter Zutaten ein Produkt das Rainforest-Alliance Siegel erhalten kann. Häufig wird das Siegel als „Fairtrade Light“ bezeichnet, da die Kriterien nicht so streng sind, wie bei anderen Siegeln. Die Organisation garantiert den Bauern beispielsweise keine Mindestabnahmepreise.

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