ILO Kernarbeitsnormen

Kurzbeschreibung:
Die Grundprinzipien Vereinigungsfreiheit, Verbot der Zwangsarbeit, Abschaffung der Kinderarbeit und Verbot der Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf sind in acht Übereinkommen, die auch als ILO-Kernarbeitsnormen bezeichnet werden, ausgestaltet. Sie beinhalten grundlegende Rechte von Arbeitnehmern, die die Mitgliedsstaaten der Organisation nach Ratifikation  umzusetzen verpflichtet sind. Zu den Kernarbeitsnormen gehören folgende Übereinkommen:

  • Übereinkommen 87 über die Vereinigungsfreiheit und den Schutz des Vereinigungsrechtes
  • Übereinkommen 98 über die Anwendung der Grundsätze des Vereinigungsrechtes und des Rechtes zu Kollektivverhandlungen
  • Übereinkommen 29 über Zwangs- oder Pflichtarbeit
  • Übereinkommen 105 über die Abschaffung der Zwangsarbeit
  • Übereinkommen 100 über die Gleichheit des Entgelts männlicher und weiblicher Arbeitskräfte für gleichwertige Arbeit
  • Übereinkommen 111 über die Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf
  • Übereinkommen 138 über das Mindestalter für die Zulassung zur Beschäftigung
  • Übereinkommen 182 über das Verbot und unverzügliche Maßnahmen zur Beseitigung der schlimmsten Formen der Kinderarbeit

Bislang haben über 120 ILO-Mitgliedsstaaten alle Kernübereinkommen ratifiziert. Zu ihnen gehört auch Deutschland (Stand September 2012).

Ansätze, die sich mit ökologischen, sozialen bzw. ethischen Themen beschäftigen, wie beispielsweise der UN Global Compact, die OECD-Leitsätze, der SA 8000 Standard und der ISO 26000 Leitfaden haben die ILO-Kernarbeitsnormen als normative Grundlage.

Einen Anhaltspunkt dafür, in welchen Staaten Probleme bezüglich der Umsetzung der ILO-Konventionen bestehen, bieten die Berichte des ILO Committee on Freedom of Association und des ILO Committee on the Application of Standards.
Die Berichte sind im Internet abrufbar: www.ilo.org/global/standards/applying-and-promoting-international-labour-standards/conference-committee-on-the-application-of-standards/lang–en/index.htm

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