Samsung gibt Verwendung von Zinn aus Kinderhänden zu

Der Mobiltelefonhersteller Samsung hat zugegeben, von der umstrittenen indonesischen Insel Bangka Zinn zu beziehen. Im vergangenen Jahr hatten Untersuchungen durch The Guardian und die Umweltorganisation Friends of the Earth (FoE) ergeben, dass im Zinnbergbau auf Kinderarbeit zurückgegriffen wird. Außerdem zerstört die Förderung von Zinn die Umwelt und kostet jährlich Menschenleben.1

FoE und 15.000 besorgte Verbraucher hatten Samsung deswegen kontaktiert und verlangt, dass der Smartphone-Hersteller den Einfluss auf Mensch und Umwelt durch seinen Zinnbezug untersuchen lasse. Das Unternehmen reagierte mit einer E-Mail an die Organisation und seine Kunden und erklärte, dass Samsung keinen direkten Kontakt mit den Zulieferern der Bangka-Insel habe. Der Hersteller wisse aber, dass mancher Zinn, der für die Herstellung einiger Produkte verwendet werde, aus der betroffenen Region stamme. Es werde eine gründliche Untersuchung der Zulieferkette der Region vorgenommen, erklärt Samsung weiter.

Bangka und seine Nachbarinsel Belitung produzieren 90% des indonesischen Zinns, der in erster Linie für die Unterhaltungselektronik zur Produktion wie Smartphones, Tablets und Mobiltelefonen verwendet wird. Ein bis zwei Gramm Zinn befinden sich beispielsweise in einem Handy. Rund 60% der 1,3 Millionen Einwohner der beiden Inseln sind im Zinnabbau beschäftigt und produzieren sogar ein Drittel des weltweit gehandelten Zinns.2

Ein Minenarbeiter kann am Tag dreimal so viel Geld verdienen wie ein Arbeiter in der Landwirtschaft. Die Arbeit in den Zinnminen ist ein gutes Geschäft und die Menschen auf Bangka und Belitung brauchen das Geld, um ihre Familien zu ernähren. Viele Kinder arbeiten in den Minen, um ihre Eltern zu unterstützen. Durch das Graben nach Zinn werden große Flächen von Wald auf der Insel vernichtet. Durch die Zinnförderung vor der Küste wird das Wasser so sehr verschmutzt, dass die Fischer nichts mehr fangen können. Der ausbleibende Ertrag zieht viele Fischer in die Zinnförderung. Doch die Arbeit ist nicht ungefährlich. In den Gruben werden immer neue Löcher in das Erdreich gegraben und machen es instabil. Regelmäßig gibt es Erdrutsche, die Menschen unter sich begraben. Jährlich sterben geschätzt 150 Menschen in den Minen von Bangka und Belitung.3

Die Untersuchung des Bergbaus auf Bangka im November letzten Jahres durch The Guardian half, die Aufmerksamkeit auf eine Kampagne von FoE zu richten. Das Projekt „Make it Better“ appellierte an Samsung und Apple, öffentlich darzulegen, ob sie Zinn aus Bangka in ihren Produkten verwenden.

Wie Craig Bennet von FoE sagt, sei es großartig, dass Samsung den ersten Schritt gemacht habe und seine Lieferkette bis hin zu Indonesiens Zinnmine überprüfen wolle. Des Weiteren wolle sich das Unternehmen seiner Verantwortung stellen und dazu beitragen, die verheerenden Auswirkungen des Bergbaus auf Menschen und Natur zu bewältigen.4

Langsam wird es wohl Zeit, dass auch Apple seinem Konkurrenten nachzieht und uns darüber aufklärt, woher das Unternehmen seinen Zinn bezieht.

  1. Vorwurf der Kinderarbeit – Die Tageszeitung – aufgerufen am 29.04.2013 []
  2. Samsung admits Using Forest Trashing Tin in Smartphone Manufacturing – International Business Times – aufgerufen am 26.04.2013 []
  3. Report: Mining for smartphones: the true cost of tin – Friends of the Earth – aufgerufen am 266.04.2013 []
  4. Samsung admits its phones may contain tin from area mined by children – The Guardian – aufgerufen am 26.04.2013 []

Über sabine / earthlink

Nach meinem Studium und zwei Jahren im Berufsleben, hat die entwicklungspolitische Bildungsarbeit mein Interesse geweckt. Während meines Praktikums bei earthlink e.V. gehören Recherchen und das Verfassen von Blogbeiträgen, für die beiden Kampagnenschwerpunkte „Drogen Macht Welt Schmerz“ und „Aktiv gegen Kinderarbeit“, zu meinen Aufgaben.

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Ein Kommentar zu Samsung gibt Verwendung von Zinn aus Kinderhänden zu

  1. Bernhard Völk sagt:

    Hallo,

    hat Samsung die Mißstände überprüft und wenn ja, was ist herausgekommen?

    Beste Grüße

    Bernhard Völk

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