Kampagne für saubere Kleidung: Discover Fairness! Outdoor-Firmen und deren Soziale Nachhaltigkeit

Bild: © n.v. -

Der Outdoormarkt boomt: Jedes Jahr geben EuropäerInnen ca. 10 Milliarden Euro für Outdoor-Ausrüstung aus1. Die Ausrüstung ist relativ teuer, doch unter welchen Bedingungen arbeiten die Menschen in den Produktionsländern?

Die Clean Clothes Campaign – Kampagne für Saubere Kleidung nahm zum dritten Mal Outdoor-Firmen unter die Lupe2. Insgesamt wurden 25 Unternehmen zur Einhaltung von Sozialstandards und Menschenrechten bei der Arbeit in deren globaler Zulieferkette befragt und Recherchen durchgeführt. Darunter waren unter anderem Vaude, Columbia, Haglöfs, Jack Wolfskin, Tatonka, Fjällräven. 21 Unternehmen gaben bereitwillig Auskunft. Insgesamt zeichnet sich eine positive Entwicklung innerhalb der letzten drei Jahre ab.

Im Zentrum der Befragung standen die Themen Transparenz, Verhaltenskodex, Kodexumsetzung sowie deren Überprüfung (Monitoring und Verifizierung). Über den Zeitraum von drei Jahren hatte die CCC ebenfalls Recherchen durchgeführt und den Dialog mit dem Verband als auch einzelnen Firmen geführt.

Die Studie kann eine Weiterentwicklung feststellen:

  • Die Bedeutung internationaler Arbeitsstandards und von Menschenrechten bei der Arbeit innerhalb der Zulieferkette ist bei einzelner Outdoor-Firmen stärker ins Blickfeld des unternehmerischen Handelns gerückt.
  • Es gibt eine Gruppe der ‚Fortgeschrittenen’ die durch den unabhängigen Verifizierungsprozess und die damit verbundene Fortschritts- und Berichtspflicht die Herausforderung angenommen haben, Arbeitsbedingungen zu verbessern und mehr Transparenz herzustellen;
  • einzelne Unternehmen haben ihren Verhaltenskodex weiterentwickelt
  • einige Unternehmen haben sich zu weitreichenden Standards bei der Fertigung ihrer Produkte verpflichtet,
  • die Zahlung eines Existenzlohns eingeschlossen und dem Unternehmen im Bereich soziale Nachhaltigkeit eine klare und umfassende Zielvorgabe gesetzt.

Defizite:

Die Zahlung eines Existenzlohns bleibt weiterhin eine der zentralen Herausforderung. Ausnahmslos müssen die Firmen konsequent darauf hinarbeiten, dass alle ArbeiterInnen in ihrer Lieferkette für eine reguläre Arbeitswoche von maximal 48 Stunden einen Lohn zum Leben ausbezahlt bekommen.

Herausforderungen:

Die CCC fordert ein schrittweises Vorangehen der Firmen:

  • einen Verhaltenskodex, der das Recht auf einen Existenzlohn verbindlich verankert;
  • Anerkennung der Lohnforderung der Asia Floor Wage als Referenzberechnung für den Existenzlohn;
  • Erarbeitung bspw. eines Pilotprojektes für eine effektive Umsetzung eines Existenzlohnes auf Fabrikebene;
  • Veröffentlichung eines Umsetzungsplanes (inkl. Zeit- und Zielvorgaben bzw. Meilensteine der Umsetzung);

Fazit:

Trotz positiver Tendenz stellt die Kampagne für Saubere Kleidung immer noch fest, dass bei einigen Unternehmen keine konsequente Bereitschaft besteht, Sozial- und Arbeitsstandards sowie die Menschenrechte bei der Arbeit umzusetzen. Es gab eine kleine Gruppe, die der Öffentlichkeit keine bzw. mangelnde Informationen zur Verfügung stellte. Dazu gehörten Quechua und die von Globetrotter Ausrüster etablierten Handelsmarken Meru und Kaikkialla.
Die Clean Clothes Campaign sieht die Chance, dass die genannten Herausforderungen bald von allen Firmen konstruktiv angenommen werden, damit Menschen nicht zu Niedriglöhnen arbeiten und Repressionen erleiden müssen. Nachhaltigkeit im umfassenden Sinn bedeutet für angemessene sozial- und arbeitsrechtliche Bedingungen zu sorgen.

AnsprechpartnerInnen:
Kirsten Clodius, Christliche Initiative Romero (CIR), www.ci-romero.de
Berndt Hinzmann, INKOTA-netzwerk e.V., www.inkota.de, www.saubere-kleidung.de

Hier finden Sie die vollständige Pressemitteilung.
Hier gehts zu den Firmenprofilen 2012.

  1. Kampagne für saubere Kleidung für faire Produktionsbedingungen bei Outdoor-Herstellern []
  2. Firmenprofile 2012 []

Über carmen / EarthLink

Projektmitarbeiterin. Aktuelle Projekte: "FAIRantwortlich handeln im Unternehmen".
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